Ratgeber
Wohnzimmermöbel kombinieren und auf die Raumluft achten
Schränke, Sideboards, Regale und TV-Möbel bestimmen, wie viel Stauraum ein Wohnzimmer hat. Viele Stücke bestehen aus Holzwerkstoffen wie Spanplatte oder MDF. Diese Seite zeigt, wie Sie die Möbel zusammenstellen und worauf Sie bei der Raumluft achten. Grundlage sind der Umwelttipp „Bei Spanplatten und Holzwerkstoffen auf Label achten“ des Umweltbundesamts (UBA, Stand 16.04.2026) und die Seite der Verbraucherzentrale zu Schadstoffen im Zuhause (Stand 07.10.2025), beide abgerufen am 27. Oktober 2026.

Programm oder Einzelstücke
| Weg | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|
| Möbelprogramm (Serie) | Maße, Farben und Griffe passen zusammen, Teile lassen sich nachkaufen, solange die Serie lieferbar ist | Einheitliches Bild, Abhängigkeit von der Lieferbarkeit |
| Einzelstücke | Freie Kombination, auch mit gebrauchten Möbeln | Höhen, Tiefen und Farbtöne müssen Sie selbst abstimmen |
| Gemischt | Ein ruhiges Grundprogramm, dazu ein oder zwei auffällige Stücke | Planung etwas aufwendiger |
Wer nach Programm kauft, sollte vorher klären, ob Ergänzungen später noch erhältlich sind. Halten Sie die Modellbezeichnung im Kaufvertrag fest.
Höhen und Tiefen abstimmen
Möbel an einer Wand wirken ruhiger, wenn Oberkanten oder Tiefen aufeinander abgestimmt sind. Messen Sie vorhandene Möbel aus und notieren Sie Breite, Tiefe und Höhe. Prüfen Sie außerdem, ob Türen und Schubladen vor anderen Möbeln oder dem Sofa noch voll aufgehen.
Holzwerkstoffe und Raumluft
Laut UBA dürfen Holzwerkstoffe und daraus hergestellte Möbel nicht in Verkehr gebracht werden, wenn sie in einer Prüfkammer mehr als 0,05 ppm Formaldehyd abgeben. Das entspricht 62 Mikrogramm pro Kubikmeter. Ab Sommer 2026 gilt laut UBA zusätzlich die europäische Verordnung (EU) 2023/1464. Werden Holzwerkstoffe großflächig in einem Raum eingesetzt, sollen die Emissionen laut UBA einen Richtwert von 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft nicht überschreiten, möglichst deutlich darunter. Der Richtwert stammt vom Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) und von der WHO.
Für das Wohnzimmer heißt das: Je mehr neue Möbel aus Holzwerkstoff Sie auf einmal aufstellen, desto mehr lohnt sich der Blick auf Siegel. Welche Siegel das UBA nennt, steht unter Siegel und Schadstoffe. Den Unterschied zwischen Massivholz und Holzwerkstoff erklärt die Seite Massivholzmöbel.
Neue Möbel ausdünsten lassen
Die Verbraucherzentrale nennt als Quellen für Schadstoffe Holzwerkstoffe, Kleber, Lackierungen und andere Beschichtungen. Sie rät:
- neue Möbel ausdünsten lassen, bevor sie in Kinderzimmer kommen,
- gebrauchte Möbel vor dem Aufstellen gründlich reinigen, auch Bohrlöcher und Ritzen absaugen,
- nach Renovierungen häufiger lüften, auch einige Monate danach.
Second-Hand-Möbel aus Massivholz sind laut Verbraucherzentrale in der Regel schadstoffärmer als neue Möbel.
Kabel und Technik
TV-Möbel und Sideboards mit Kabeldurchlass halten Leitungen geordnet. Geräte wie Receiver oder Spielkonsolen brauchen Luft, deshalb sollten Fächer hinten offen sein oder Lüftungsöffnungen haben. Das steht in der Regel in der Anleitung des Geräteherstellers.
Häufige Fragen
Welcher Formaldehyd-Grenzwert gilt für Möbel?
Laut UBA dürfen Holzwerkstoffe und Möbel in der Prüfkammer nicht mehr als 0,05 ppm abgeben, das sind 62 Mikrogramm pro Kubikmeter.
Wie lange sollten neue Möbel ausdünsten?
Eine feste Dauer nennt die Verbraucherzentrale nicht. Sie rät, neue Möbel vor der Nutzung im Kinderzimmer ausdünsten zu lassen und nach Renovierungen häufiger zu lüften.
Sind gebrauchte Möbel besser für die Raumluft?
Second-Hand-Möbel aus Massivholz sind laut Verbraucherzentrale in der Regel schadstoffärmer als neue Möbel. Vor dem Aufstellen sollten Sie sie gründlich reinigen.
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