Ratgeber

Ledersofa: Leder und Kunstleder richtig einschätzen

Ein Ledersofa gilt als robust und langlebig, doch Leder ist nicht gleich Leder. Auch Kunstleder unterscheidet sich je nach Material deutlich. Diese Seite erklärt die Unterschiede und die wichtigsten Regeln. Quellen sind die Broschüre „REACH-Info 12: Beschränkungen und Verbote unter REACH“ der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), das Faktenblatt zum Blauen Engel DE-UZ 117 (Januar 2025) und Seiten von Umweltbundesamt (UBA) und Verbraucherzentrale, abgerufen am 27. Oktober 2026.

Stand Oktober 20263 Min. Lesezeit
Paar entspannt mit Kaffee auf dem Sofa

Chrom(VI) im Leder

Laut BAuA führt dauerhafter Kontakt mit Ledererzeugnissen, die sechswertiges Chrom enthalten, zu allergischen Reaktionen der Haut. Deshalb dürfen Ledererzeugnisse, die mit der Haut in Kontakt kommen können, nach Eintrag 47 im Anhang XVII der REACH-Verordnung keine Chrom(VI)-Verbindungen in Anteilen über 3 mg/kg enthalten. Auch ein Sofabezug kommt mit der Haut in Kontakt, etwa an Armen und Beinen.

Der Blaue Engel für emissionsarme Polstermöbel (DE-UZ 117) schließt sechswertiges Chrom im Leder laut Faktenblatt ganz aus. Er verlangt außerdem strenge Grenzwerte für Dimethylformamid in Kunstleder und eine strenge Regulierung von Weichmachern.

Leder und Kunstleder im Vergleich

Material Was es ist Zu bedenken
Glattleder mit Pigmentierung Leder mit deckender Farbschicht widerstandsfähig gegen Flecken, Oberfläche wirkt gleichmäßig
Anilin- oder Semianilinleder wenig oder nicht deckend gefärbt Narben sichtbar, empfindlicher gegen Licht und Flecken
Kunstleder aus PVC Trägerstoff mit PVC-Beschichtung Weich-PVC wird laut Verbraucherzentrale durch Weichmacher formbar
Kunstleder aus PU Trägerstoff mit Polyurethan-Beschichtung Haltbarkeit hängt von der Beschichtung ab, Herstellerangaben prüfen

Weichmacher setzt man laut UBA (Seite „Weichmacher“, Stand 26.09.2014) noch in großen Mengen für PVC ein. Wer Kunstleder kauft, sollte deshalb nach dem Material der Beschichtung fragen. Steht nur „Kunstleder“ in der Beschreibung, reicht das nicht.

Bezeichnungen richtig lesen

Begriffe wie „Echtleder“, „Lederlook“, „Lederoptik“ oder „Kunstleder“ sagen Unterschiedliches. „Lederoptik“ und „Lederlook“ beschreiben nur das Aussehen. Achten Sie außerdem darauf, ob das ganze Sofa mit Leder bezogen ist oder nur die Sitz- und Kontaktflächen. Halten Sie das vereinbarte Material im Kaufvertrag fest. Weicht die Lieferung davon ab, kann ein Sachmangel nach § 434 BGB vorliegen. Wie Sie dann vorgehen, steht unter Reklamation. Das ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

Pflege

  • Staub regelmäßig mit einem weichen Tuch oder Bürstenaufsatz entfernen.
  • Flecken sofort abtupfen, nicht reiben.
  • Nur Pflegemittel verwenden, die der Hersteller für die jeweilige Lederart freigibt. Anilinleder braucht andere Pflege als pigmentiertes Leder.
  • Direkte Sonne und Heizungsnähe meiden, wenn der Hersteller davor warnt.

Allgemeine Fragen zu Bezugsstoffen und Fleckschutz behandelt die Seite Couch, den Aufbau unter dem Bezug die Seite Polstermöbel.

Häufige Fragen

Wie viel Chrom(VI) darf in einem Ledersofa sein?

Laut BAuA dürfen Lederartikel mit Hautkontakt nach REACH, Anhang XVII, Eintrag 47, nicht mehr als 3 mg/kg Chrom(VI) enthalten.

Ist Kunstleder schadstofffrei?

Nicht automatisch. Kunstleder aus Weich-PVC enthält laut Verbraucherzentrale Weichmacher. Fragen Sie nach dem Beschichtungsmaterial oder achten Sie auf den Blauen Engel.

Was bedeutet Lederoptik?

Der Begriff beschreibt nur das Aussehen. Ob echtes Leder verarbeitet ist, muss die Materialangabe zeigen.

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